SO WAR ‚DJANGO UNCHAINED‘

Wirklich viel gibt es zu diesem ausnehmend und vollumfänglich empfehlenswerten Film nicht zu schreiben: ANSCHAUEN! Ein cineastisches Muss.

Django Unchained
Django Unchained – USA 2012

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Selten hat es man mit einem derart inspirierenden und umfänglichen Film zu tun. Bei Quentin Tarantinos Remake der 1960er Django-Westerngeschichte findet sich so viel US-amerikanische Gesellschaftskritik wieder, dass es einen als kritikerprobter Europäer mit eigener durchwachsener Geschichte ziemlich verblüfft: Die drastischen Ausprägungen der Südstaaten-Sklaverei werden unerwartet vielschichtig in die Western-Geschichte eingebettet – sei es als ironische Einlage über das Sichtfeld der ersten Ku-Klux-Klan-Kapuzen, sei es als moralisch-abstoßende „Mandingo“-Sequenz. Und einen Italowestern, in dem ein deutscher Kopfgeldjger und das deutsche Nibelungenlied eine Rolle spielen, gab es bisher auch noch nicht: Tarantino schafft die Verbindung von Siegfried mit Django, der seine Broomhilda sucht und befreit.

Die Darsteller sind alle samt hervorragend und gestalten ihren jeweiligen Charakter famos. Das sind nicht nur der zu Recht hochgelobte Christoph Waltz als eloquenter Kopfgeldjäger Dr. King Schultz und Jamie Foxx als durchlittener Django, sondern auch Leonardo DiCaprio als abartiger Großgrundbesitzer Calvin Candie und seiner beängstigenden rechten Hand Stephen (Samuel L. Jackson). Auch Don Johnson gibt als Big Daddy eine brauchbare Nebenrolle und Franco Nero darf seinen Cameo-Auftritt als italienischer Geldgeber Amerigo Veseppi geben.

Bleibt sich aktuelle abschließend die Frage zu stellen, warum es derzeit im US-amerikanischen Filmprogramm so relevante Themenaufarbeitungen gibt wie Sklaverei, Abraham Lincoln, Osama bin Laden u.a. während das deutsche Kino ebenso wie die aktuelle deutsche Politik und das Bürgertum so weit weg sind von Themen der Gegenwart, dass es sich nicht mehr gönnt als Ludwig II. und das 321. Til-Schweiger-Geschwurbel á la Kokowääh 2 … weil’s halt so schön unterhält und man keine Meinung haben muss – ein Spiegel der gegenwärtigen seichten Ignoranz.

Alles Gute vom H.A.